Morddrohung im Berliner Westend

Kurz vor Ende der 2. Halbzeit brannten bei den Spielern des 1. Fc Neuköllns die Sicherungen durch – und das nicht zum 1. Mal. Darauf hin musste der Schiedsrichter die Partie abpfeifen.


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Sätze wie „Ich stech dich ab“ oder „Ich hole gleich mein Messer und schlitz’ dich auf“ hört man als Fußballfan und besonders als Schiedsrichter im Allgemeinen sehr ungern. Trotzdem passiert es immer wieder, dass es zu solchen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierten Fußballclubs kommt. Jedoch nicht in diesem Ausmaß.

Der 1. Fc Neukölln fällt hier nicht zum ersten Mal auf. Bei dem Problemclub mit rechtsradikalem Hintergrund kam es schon öfters zu tätlichen Angriffen. Vor allem gegenüber des jüdisch geprägten Fußballvereins TuS Makkabi. Trotzdem versuchten die Spieler des Turn und Sportbundes Makkabi unvoreingenommen in die Partie zu gehen. Als es jedoch in der 88. Minute zu einem groben Wortwechsel zwischen Spielern, der Landesligisten,TuS Makkabi und dem 1. Fc Neukölln kam, eskalierte die Situation.


Ein jüdischer Spieler des Gastvereins erhielt kurz vor Abpfiff einen zentralen Faustschlag ins Gesicht. Dies wurde auch von Neuköllns Trainer Michael Schmidtke bestätigt. Allerdings meinte er recht gelassen, dass es auch von Seiten des TTuS Makkabi Beschimpfungen gegen seine Spieler gab und sie sich deshalb nicht rechtfertigen müssten. Beispielsweise wurde ein Spieler seiner Mannschaft als Terrorist beschuldigt, auf Grund der Tatsache, dass er einen Vollbart trug. Er versuchte lediglich die Situation zu schlichten. Auch beteuerte er, dass keiner seiner Spieler irgendwelche Morddrohungen in jeglicher Art und Weise ausgesprochen hatte. Die Makkabi-Spieler beteuerten, dass sie das ungefährlichste Team in ganz Berlin seien und sofort nach der Auseinandersetzung in die Kabine flohen um weitere Krawalle zu vermeiden. Man wüsste ja schließlich nie, wie weit diese Hasstiraden gehen würden. Des Weiteren machte das Gerücht die Runde, dass die Anfeindungen irgendeine Parallele zur derzeitigen Israel—Krise aufweisen. Grundlegend könnte dies zutreffen. Allerdings ist es wahrscheinlicher, dass diese Handlung inklusive Morddrohung eher aggressiver als politischer Natur ist.


Auf diese Aussage bezieht sich der sportliche Leiter desTuS Makkabi, Claudio Offenberg. Seiner Meinung nach sollte man zuerst den Bericht des Schiedsrichters abwarten, bevor man Spekulationen über das Spiel anstellt. Außerdem erinnert er sich auch, – neben Drohungen und Beschimpfungen gegen seine jüdischen Spieler – dass andere Spieler seines Teams unfair angegangen worden seien. Dies war jedoch nicht der erste Vorfall solch antisemitischer Taten gegen denTuS Makkabi. Im September diesen Jahres gab es zwar keine Morddrohung mehr gegen die Spieler des jüdisch geprägten Fußballvereines, allerdings sind in den Spielen gegen den BFC Meteor Worte wie „Judenschweine“ und „dreckige Juden“ gefallen.Das Berliner Sportgericht verhängte als Folge dieses unfairen und moralisch verwerflichen Verhaltens eine Sperre für einen Spieler des BFC Meteor bis Ende Juli 2017.


In meinen Augen hat Rassismus im Fußball nichts zu suchen. Jeder sollte die Möglichkeit haben, Sport nach Belieben ausüben zu können. Fußball beziehungsweise Sport generell hat das Ziel, Gemeinschaftlichkeit und Teamgeist zu fördern, oder in erster Linie einfach nur Spaß zu machen. Hier ist Rassismus völlig fehl am Platz. Es ist unvorstellbar, dass ein jüdischer Verein wie der TuS Makkabi seine Leidenschaft nicht so ausüben kann wie jeder andere Verein auch. Für mich ist Respekt und Toleranz gegenüber den eigenen Mitspielern sowie den Gegenspielern unverzichtbar, da Fußball nur miteinander Funktioniert.

Quellen:

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/23607, o.A., 28.10.15
http://www.tagesspiegel.de/berlin/tus-makkabi-gegen-1-fc-neukoelln-schiedsrichter-bestaetigt-messer-drohungen/12467782.html, Martin Niewendick,  28.10.15
http://images.juedische-allgemeine.de/article/21811.jpg, 28.10.15

16 Kommentare zu „Morddrohung im Berliner Westend

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  1. Da bin ich ganz deiner Meinung. Rassismus im Fußball, im Sport generell geht gar nicht. Wir sind alle nur Menschen und haben zudem noch das gleiche Hobby. Hier gilt Zusammenhalt und keine Differenzierung. Wer sich mit rassistischen Denkweisen und Äußerungen nicht zurückhalten kann hat im Sport nichts verloren!

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  2. Ich kann dem Verfasser/den Verfassern nur zustimmen. Rassismus hat im Sport absolut nichts verloren. Gerade weil Sport, insbesondere Fußball, etwas ist, dass Menschen auf der ganzen Welt verbindet und damit eigentlich ein gutes Instrument zur Integration und Kommunikation zwischen verschiedenen Nationen bzw Kulturen wäre. Durch Rassismus wird dies zunichte macht.
    Dass dieser Rassismus sogar von der gegnerischen Mannschaft und nicht von Fans ausgeht finde ich besonders erschreckend und sollte vom jeweiligen Verein und Verband aufs Härteste bestraft werden.

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  3. Auch aus eigenen Erfahrungen kenne ich Vereine wie hier den 1. Fc Neukölln. Vor einem Jahr ist eine Mannschaft wie diese auggestiegen, weil die anderen alle Spiele aus Angst vor Krawallen absagen mussten. Meiner Meinung nach sollte der Verband sich neue Sanktionen für solche Mannschaften einfallen lassen um dieses Problem in Zukunft in den Griff zu bekommen. Schiedsrichter fürchten sich vor solchen Mannschaften und treffen Entscheidungen aus Angst. Außerdem sind Schiedsrichter in unteren liegen sowieso Mangelware und Mannschaften wie der 1. Fc Neukölln helfen nicht dabei dieses Problem zu lösen.

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  4. Ich setzte Rassismus mit Dummheit gleich. Ich bin froh, das das Gerücht es habe politische Ursprünge sofort revidiert wird! Den Leute die eine rechte Denkweise haben, haben sich noch nie mit der Vergangenheit bzw mit der gegenwärtigen Situation auseinander gesetzt. Sehr traurig. Ich bin der gleichen Meinung wie Dennis, es sollte mit härteren Sanktionen reagiert werden.

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  5. Man sollte hier nicht nur vom Sport reden, sondern vom Allgemeinen! Rassismus gehört sich einfach nicht.
    Spieler oder Mannschaften die sich nicht an die Regeln halten, sollten zu hohen Geldstrafen oder zu längeren Sperren verurteilt werden.
    #neukölln #noracism #sportkrisenblog #macromedia #stuttgart

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  6. Ich schliesse mich Chris an. Rassismus ist nicht nur im Fußball, sondern allgemein falsch. Rassismus mit einem Sport zu verbinden, der eigentlich dazu dienen soll Menschen mit der gleichen Begeisterung zu vereinen, ist meiner Meinung nach grausam. Nur weil einige Menschen meinen, ein Fußballspiel dazu zu nutzen ihre politischen Interessen kund zu tun, müssen viele die friedlich ihren Sport sehen wollen leiden.

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  7. Ich kann dem Verfasser nur zustimmen! Jedoch wird der Rassismus leider nie gänzlich verschwinden. Daher ist es wichtig, dass man mittels härterer Strafen versucht, das Problem einzudämmen.

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  8. Ganz klar: Rassismus hat weder im Sport noch sonst irgendwoetwas verloren! Deshalb stimme ich der Meinung des Verfassers zu.

    Zum Aufbau des Textes: Die Meinung des Verfassers kommt hier etwas kurz. Dafür werden die Ereignisse etwas zu ausführlich aufgezählt.

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  9. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Rassismus im Sport keinen Platz finden darf. Der Sport sollte Menschen verbinden, vor allem Sportler aus verschiedenen Ländern und Kulturen. Teamgeist, Tolleranz und Rücksicht gegenüber Teamkollegen und Gegnern sind unabdingbar für den Erfolg im Sport..

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  10. Für mich ist Rassismus ein klares Abseits! und hat im Fußball absolut nichts zu suchen! Für mich sind das absolute Idioten, die bei den Menschen einen zu großen Schaden anrichten (können)!
    Ein gutes Beispiel ist das mit Humor zu nehmen- wird man mit einer Banane beworfen, dann iss sie einfach und lache… Doch wichtig ist hier Aufklärung… Vor allem im Amateurbereich ist noch Nachholbedarf!

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  11. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Rassismus im Sport definitiv keinen Platz finden darf. Der Sport sollte Menschen verbinden, vor allem Sportler aus verschiedenen Ländern und Kulturen. Teamgeist, Tolleranz und Rücksicht gegenüber Teamkollegen und Gegnern sind unabdingbar für den Erfolg im Sport.

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  12. Der fehlende Respekt gegenüber Gegner oder Schiedsrichter ist erschreckend. Mannschaften wie der 1. FC Neukölln sollten vom Verband mit drastischen Strafen belegt werden, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen. Respekt gegenüber Gegner und Schiedsrichter gehört zu den grundlegenden Eigenschaften im Sport und sollte unbedingt entgegengebracht werden, egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion der Gegner angehört.

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  13. An diesem Beispiel sieht man ganz klar dass Rassismus nicht nur den Profifußball betrifft sondern auch die niederen Liegen. Es sollte daher auch dort etwas dagegen unternommen werden

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