Von ganz oben nach ganz unten: NBA-Star wegen Drogen am Rande des Abgrunds

Kokain, Alkohol und Potenzmittel kosteten den zweifachen NBA-Champion und Weltmeister Lamar Odom beinahe das Leben. Am Dienstag den 13. Oktober 2015 wurde der 35-jährige nach einer dreitägigen Sex-Party im Bordell „Love Ranch“ (Las Vegas) bewusstlos aufgefunden. Daraufhin versetzten ihn die Ärzte in ein künstliches Koma.

Lamar-Odom-Love-Ranch

Dass sich ein solcher Vorfall früher oder später ereignet, war vorhersehbar. Der „Number Four Pick“ aus dem Jahr 1999 wurde bereits in seinem ersten Profijahr wegen zweifachen Verstoßes gegen die Antidrogenvereinbarung, über einen längeren Zeitraum gesperrt. Dieses Ereignis führte zu einem gewaltigen Leistungsabfall, so dass er kaum an die Leistung seines ersten NBA-Jahres anknüpfen konnte. Die Krönung seiner Karriere konnte er erst nach weiteren fünf Jahren in der Profiliga und unzähligen Verletzungen erreichen. Mit den LA Lakers gewann Lamar Odom 2010 und 2011 zwei Meistertitel in Folge. Weitere Erfolge blieben jedoch aus. Ein möglicher Grund für den Drogenkonsum könnte der enorme Druck gewesen sein, dem Profisportler oft ausgesetzt sind.

Odoms Drogenabhängigkeit ist sicherlich auch auf seine schicksalhafte Vergangenheit zurückzuführen. Bereits im Alter von zwölf Jahren verlor er seine Mutter an Krebs. Da auch sein Vater drogenabhängig war, musste er bei seiner Großmutter aufwachsen. Ein weiterer Schicksalsschlag war der Kindstod seines zweiten Sohnes im Jahr 2006, gefolgt vom Tod seines Cousins fünf Jahre später. Nachdem Odom 2013 unter Einfluss psychoaktiver Substanzen inhaftiert wurde, verurteilte man ihn zu drei Jahren auf Bewährung sowie zu einer Entziehungskur. Diese war anscheinend vergeblich.

Durch den erneuten Missbrauch von Drogen schwebte der Ex-NBA Star diesmal sogar in Lebensgefahr. Nach zwei Tagen auf der Intensivstation wurde Odom mit Zustimmung mehrerer Ärzte in eine medizinische Einrichtung in seinen Heimatort Los Angeles verlegt. Obwohl seine Chancen anfangs sehr schlecht standen, ist er nun auf dem Weg der Besserung. Inzwischen kann Odom wieder selbständig atmen und reden. Seine ersten Worte waren an seine Ex-Frau Khloé Kardashian gerichtet. Sie wachte bereits Tage an seinem Bett. Die Ärzte vermuten, dass Odom mehrere Schlaganfälle erlitt und voraussichtlich bleibende Organschäden davon tragen wird. Selbst wenn er mit einem „blauen Auge“ davon kommen sollte, drohen ihm juristische Konsequenzen. Das bedeutet für den erst 35-jährigen wohl das sichere Karriereende.

Der Drogenkonsum von Odom beeinflusst nicht nur das Leben des Sportlers, sondern wirft auch ein schlechtes Licht auf die gesamte Basketballbranche. Viele amerikanische Sportler sind extreme Vorbilder für die Gesellschaft, insbesondere für Jugendliche. Dabei entsteht die Gefahr, dass auch immer mehr junge Menschen zu Drogen greifen und auf die schiefe Bahn geraten. Zu hoffen ist jedoch, dass Odoms Absturz viele junge Menschen schockiert und diese zukünftig ihre Finger von Drogen lassen werden. Fakt ist, dass Probleme keinesfalls durch den Konsum von Drogen gelöst werden – im Gegenteil, sie werden dadurch immer nur noch größer.

Autoren: Alessandra Veit, Carmen Fuhrmann, Marius Rösch, Philipp Kemmer

Quellen:

15 Kommentare zu „Von ganz oben nach ganz unten: NBA-Star wegen Drogen am Rande des Abgrunds

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  1. Auch wenn er eine schwere Vergangenheit oder sonstige Probleme hat, Drogen sind sicher nicht die Lösung für diese. Er sollte sich Unterstützung suchen. Denn zum einen ist es für ihn selber schädlich was er tut und zum anderen hat er als Idol eine Vorbildfunktion.
    Zudem sollte sich auch der Verein um seinen Spieler kümmern. Natürlich können Vereine nicht jegliche Eskapaden ihrer Spieler verhindern, sie können sie ja schlecht rund um die Uhr kontrollieren, aber sie sollten doch ein System im Verein haben das zumindest die Wahrscheinlichkeit, dass Spieler auf Grund von hohem sportlichem Druck Drogen nehmen, verringert.

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  2. Drogen und Alkoholexzesse Haben im Sport meiner Meinung nach nichts zu suchen. Sportler dienen immerhin als Vorbilder und dessen sollten sie sich auch bewusst sein. Ebenso schaden sie sich nur selbst und ihrem Sport.

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  3. Zu der Aussage Drogen und Alkohol haben im Profisport nichts zu suchen stimme ich voll und ganz zu. Jedoch sollten bereits Eltern ein Vorbild für ihre Kinder sein.
    Dadurch, dass auch der Vater drogenabhängig war, ist es sicherlich schwer einen Weg zu finden um die Vergangenheit einigermaßen erträglich zu machen. Lamar Odom braucht professionelle Hilfe!
    #lamarodom #drogen #sportkrisenblog #macromedia #stuttgart

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  4. Ich kann nur hoffen das er das Geschehene als Neustart sieht. Er hat Menschen die ihn lieben und viele Fans die zu ihm hinaufblicken. Für ihn wird es Zeit seine Vergangenheit aufzuarbeiten. Wenn dies geschafft ist, sollte er sich überlegen, ob er nicht anderen Menschen mit selben Problemen helfen möchte, indem er z.B. seine Geschichte aufschreibt. Falls er in der Zukunft nicht nur als Drogensüchtiger beschrieben werden möchte sollte er sich bemühen sein Image wieder auf zu bauen. Ein Tipp wäre z.B. mit seinem Entzug ganz offen um zu gehen. Ich denke das er dadurch viel Mitleid und Unterstützung von seinen Fans bekommt und dadurch auch wieder zu einem positiven Vorbild für Jugendliche werden könnte, indem er Stärke, Disziplin und Reue zeigt.

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  5. Selbstverständlich sollten gerade Sportler die in einer Vorbildfunktion in der Öffentlichkeit stehen keine Drogen konsumieren. Es ist meiner Meinung jedoch auch falsch, den gesamten Basketballsport zu verurteilen und die ganze Basketballbranche in ein schlechtes Licht zu stellen. Lamar Odom sollte als Einzelperson, mit schwerer Vergangenheit, gesehen werden. Er sollte sich professioneller Hilfe unterziehen und sich aus dem Profisport zurückziehen, sofern er dies aus gesundheitlichen Gründen sowieso muss.

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  6. #jedermachtmalfehler
    Ich glaube es ist wichtig, dass man nicht den ganzen Basketballsport verurteilt… Aber trotzdem find ein, dass Drogen im #Sport nichts zu suchen haben… Man muss aber auch bedenken, unter welchen großen Druck solche Stars stehen… Wichtig ist ihnen von Anfang an einen guten Berater zur Seite zu stellen und die Sportler psychisch stark zu machen… #Aufklärung

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  7. Ich bin selbst ein großer Fan des Basketball und finde es immer wieder bedauerlich, dass viele Sportler mit dem Erfolgsdruck nicht richtig umgehen können. Odom schadet nicht nur seiner eigenen Gesundheit, sondern auch seiner Familie und seinen Freunden. Man kann nur hoffen, dass junge Nachwuchsspieler durch solche Vorfälle gewarnt sind.

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  8. Das Karrieren durch Drogen kaputt gehen hat man ja schon an anderen Sportlern gesehen. Spontan fällt mir der rumänische Skandal-Fußballer Adrian Mutu ein. Er war ein klasse Fußballer mit großer Perspektive und hat sich mit kokain, Alkohol und prostituierten die eigene Karriere verbaut. Schade, dass sich viele Talente dadurch die Karriere verbauen

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  9. Ich kann leider nicht verstehen dass man bereit ist Seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen ganz egal ob man Profisportler ist oder nicht . Drogen haben meiner Meinung generell im Leben eines Menschen nichts zu suchen .
    Warum sollte ich dann für jemanden wie Odom auch nur die geringste Empathie empfinden?
    75.000 Dollar, Viagra, Kokain, 3 Tage Bordell? Wie armselig ist das denn?
    Unterm Strich muß aber jeder selbst die Verantwortung für sich und sein Handeln übernehmen!

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  10. Ich finde generell ist jeder für sein Leben selbst verantwortlich. Jedoch sollten gerade die Personen die in der Öffentlichkeit stehen als Vorbild voran gehen. Allerdings sollte man sich auch fragen warum Profisportler immer wieder durch Alkohol-, bzw. Drogenexzesse in die Öffentlichkeit gelangen. Vielleicht ist der Erfolgsdruck der auf diesen Personen lastet wirklich viel zu groß.

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  11. Wer wirklich ernsthaft Leistungssport betreiben will, kommt wohl nicht drum rum, auf Drogen zu verzichten. Wer das nicht kann, muss es eben mit dem Leistungssport sein lassen.
    Es dann auch noch bis zum Koma zu übertreiben ist schon sehr verantwortungslos – auch der eigenen Gesundheit gegenüber. Bleibt nur zu hoffen, dass sich der Kerl wieder halbwegs erholt und aus seinen begangenen Fehlern lernen kann…

    Zum Text: Gefällt mir ganz gut, lässt sich gut lesen!

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  12. Lamar Odoms Leben ist geprägt von vielen schweren Schicksalsschlägen. Seine Art und Weise mit diesen umzugehen hat seine Probleme nicht gelöst sondern nur noch verschlimmert. Die schwere Kindheit, die vielen Verluste von Menschen aus seinem engen Umfeld und viele Jahre des sportlichen Misserfolges haben ihre Wirkung gezeigt. Lamar Odoms Beispiel zeigt, dass Drogen keine Lösung für seine Probleme waren. Jetzt bleibt zu hoffen, dass er wieder gesund wird und die richtigen Schlüsse aus seinem Handeln zieht.

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  13. Durch seinen Drogenkonsum konnte er nicht das erwünschte Vorbild sein, das ein Profisportler sein sollte. Es bleibt zu hoffen, dass er wieder gesund wird und seine Geschichte als Abschreckung für andere Leistungssportler dient.

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  14. Ich bin ja der Meinung, dass den ganzen Profisportlern viel mehr Unterstützung zur Verfügung gestellt werden sollte. Man hört solche Meldungen immer häufiger. Meistens von Personen, die schon vor ihrer Karriere persönliche Probleme hatten, im Sport vielleicht einen guten Ausgleich gefunden haben und zudem noch erfolgreich wurden. Durch den ganzen Medien- und Fanrummel allerdings völlig überfordert wurden und mit der Situation nichtmehr klar kommen. Allerdings gehört eben ein gesunder Menschenverstand dazu und daher habe ich für solche Vorfälle null Verständnis. Profisportlern mehr Hilfe anbieten bzw. regelmäßig checken lassen würde meiner Meinung nach helfen.

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  15. Es gibt viele Sportler, vor allem die bei denen der Erfolg plötzlich kommt, die mit ihrem Aufstieg überfordert sind und nicht wissen wohin mit Ruhm und Reichtum. Da sollte jedem Sportler vom Verband, oder mindestens vom Verein ein ausgesuchter Berater bereit gestellt werden, damit so etwas nicht passiert.

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