Das Aus für Real Madrid – Ausschluss vom spanischen Pokal wegen peinlichem Fauxpas

Das Spiel gegen den Drittligisten FC Cadiz am 02. Dezember konnte Real Madrid 3:1 gewinnen. Die anfängliche Euphorie schlug jedoch sehr schnell um, nachdem klar wurde, dass Trainer Rafael Benitez einen Spieler einwechselte, der eigentlich gesperrt war. Der Verein hat nun schwerwiegende Konsequenzen zu tragen.  

rafa-benitez

Der zehnmalige Championsleague-Sieger Real Madrid konnte bereits zwei Minuten nach dem Anpfiff durch den Russen Denis Cheryshev das 1:0 erzielen. Der haushohe Favorit hatte sich jedoch zu früh gefreut. Mit diesem Treffer wurden einige Fußballfanatiker auf Reals Fauxpas aufmerksam. Trainer Rafael Benitez stellte den Torschützen Cheryshev trotz einer noch aktiven Sperre, welche drei gelben Karten aus der Vorsaison geschuldet waren, in die Startelf. Die Sperre des Spielers wurde vom spanischen Fußballverband RFEF offiziell verkündet und hätte daher allen Beteiligten bekannt gewesen sein müssen.

Benitez versuchte seinen Fehltritt zu revidieren, indem er Cheryshev zur zweiten Halbzeit auswechselte. Diese Maßnahme änderte jedoch nichts an der letztendlich verhängten Strafe. Nachdem der FC Cadiz Einspruch gegen die Spielwertung einlegte, entschied das Schiedsgericht in erster Instanz den Ausschluss Reals aus dem spanischen Pokal. Um 16:18 Uhr fiel das Urteil „El Madrid, eliminado“. Obwohl die Madrilenen gegen diese Entscheidung Einspruch einlegten, lehnte Richter Francisco Rubio die vorgebrachten Argumente ab. Real behauptete, dass Cheryshev vom Verband nicht persönlich über seinen Ausschluss informiert worden war. Des Weiteren führte der Verein an, dass gelbe Karten im Pokal nach der dritten Runde gestrichen werden. Real stieg als Erstligist jedoch erst in Runde vier ein. Der Verein hat nun die Chance, ein weiteres Mal Einspruch vor Gericht einzulegen. Dies scheint jedoch nicht sonderlich erfolgsversprechend.

Auch für den unter den Spielern ohnehin nicht beliebten Trainer Benitez hat der Skandal weitreichendere Folgen. Dieser ist bereits seit der 0:4 Niederlage gegen den FC Barcelona schwer unter Druck geraten. Dieser Ausrutscher könnte ihn nun endgültig den Job kosten. Gegen seine Kompetenz als Trainer spricht außerdem, dass ihm während seiner Zeit beim FC Valencia 2001-2002 schon einmal der gleiche Fehler unterlief.

Es wäre vielleicht wirklich die beste Lösung, Benitez zu entlassen. Schon seit einiger Zeit leidet der komplette Verein schwer unter seinen negativen Entscheidungen und Schlagzeilen. Das Ansehen des Vereins in der Öffentlichkeit ist mittlerweile drastisch gesunken. Sogar Spieler Piqué vom Erzrivalen Barcelona machte sich öffentlich auf Twitter über Real lustig. Mit mehreren, unter Tränen lachenden Smileys, zog er den Verein ins Lächerliche. Auch sportlich gesehen könnte Real Madrid eine trostlose Saison bevorstehen, da sie nicht mehr die Chance haben, das Triple zu gewinnen.

Ein derartiger Fauxpas, wie er in diesem Fall dem Trainer der Königlichen unterlaufen ist, ist für den gesamten Sport mehr als peinlich. Real Madrid und Trainer Benitez haben schwer unter seiner Nachlässigkeit zu leiden. Der dadurch entstandene Image-Schaden hätte eventuell gemildert werden können, indem der Verein seinen Fehler direkt zugegeben hätte. Die extrem peinliche Argumentation vor Gericht hat Reals Situation hingegen noch mehr verschlimmert. Auch die Fans des wohl berühmtesten Fußballklubs der Welt dürften sehr enttäuscht sein. Ihr einziger Trost ist, dass das Sportwetten-Unternehmen bwin ihre Wetteinsätze zurückerstattet. Die für Real Madrid verhängte Strafe ist völlig gerechtfertigt. Neben dem Erfolg lebt der Sport vor allem von den Werten des Fair-Plays und der Gleichberechtigung. Daher müssen verhängte Regeln von allen gleichermaßen eingehalten sowie Verstöße bestraft werden. Und sei es nur das fahrlässige Verhalten eines Trainers.

Autoren: Carmen Fuhrmann, Alessandra Veit, Marius Rösch, Philipp Kemmer

Quellen:

http://peru.com/futbol/internacional/real-madrid-rafa-benitez-ya-seria-nuevo-tecnico-noticia-360006 (06.12.2015)

http://www.berliner-zeitung.de/sport/nach-wechselpanne-pokal-ausschluss-fuer-real-madrid,10808794,32703974.html (06.12.2015)

http://www.goal.com/de/news/840/copa-del-rey/2015/12/04/18003642/keine-gnade-f%C3%BCr-real-pokal-ausschluss-nach-wechsel-posse (06.12.2015)

http://www.sport1.de/internationaler-fussball/2015/12/pokal-ausschluss-benzema-clasico-real-madrid-versinkt-im-chaos (06.12.2015)

http://www.focus.de/sport/fussball/int_ligen/spanien/spanien-real-droht-ausschluss-aus-pokal-tscheryschew-nicht-spielberechtigt_id_5128354.html (06.12.2015)

15 Kommentare zu „Das Aus für Real Madrid – Ausschluss vom spanischen Pokal wegen peinlichem Fauxpas

Gib deinen ab

  1. Solche dummen Fehler dürfen einem so großen Verein wie Real Madrid nicht passieren. Meiner Meinung ist die Trennung von Trainer Benitez schon seit dem Classico hinfällig. Da saß er Brötchenessend auf der Trainerbank und schaute seiner Mannschaft beim verlieren zu.

    Gefällt mir

  2. Ich kann Benitez ja auch nicht wirklich leiden, aber ihm die Kompetenz als Trainer abzusprechen halte ich dann doch für sehr gewagt. Der Kerl hat immerhin schon die Champions League und die Europa League gewonnen und ist zweimal spanischer Meister geworden – als Trainer! Diese Saison läuft’s nicht wirklich gut, was aber auch an der enorm hohen Erwartungshaltung in Madrid liegt.
    Der Fauxpas im spanischen Pokal darf natürlich eigentlich nicht passieren (der Pokalausschluss ist auch absolut richtig), allerdings passt es mir nicht, dass alles an Benitez festgemacht wird. Die drei Gelben Karten hat sich Cheryshev vor über ’nem halben Jahr abgeholt, als er für den FC Villarreal gespielt hat. Zu dem Zeitpunkt war Benitez noch Trainer vom SSC Neapel. Wie um alles in der Welt soll er denn von der Sperre wissen? Da muss vielmehr einer im Verein aufpassen und dem Trainer sagen „Hey pass auf, der darf gar nicht spielen!“ Zudem bin ich fest davon überzeugt, dass bei dem Pokalspiel gegen den FC Cadiz jemand vom spanischen Verband anwesend war, eine Art Spielbeauftragter. Wenn der auf den Aufstellungsbogen guckt, muss er doch sehen, dass da was nicht stimmt.
    Sehr lange wird Benitez wahrscheinlich nicht mehr Trainer von Real Madrid bleiben, jedoch dürfte das kaum am Pokal-Fauxpas liegen als vielmehr an den größtenteils unbefriedigenden Leistungen in dieser Saison.

    Gefällt mir

  3. Absolut genial! 😀 Ich frage mich nur wie es passieren kann, dass wirklich niemandem dieser fauxpas auffallen konnte. Selbst Schuld kann man da nur sagen…

    Gefällt mir

  4. Peinlich, dass so etwas einem Spitzenclub wie Real Madrid passiert. Ja, der Spieler wurde bei einem anderen Verein gesperrt, aber irgendwer im Verein muss doch dafür zuständig sein auf Sperren zu achten und gerade bei Neuzugängen zu schauen, ob diese mit irgendwelchen Altlasten zum Verein kommen. Es ist schon merkwürdig, dass es keinem Verantwortlichen aufgefallen ist, die Fans es aber gemerkt haben nachdem sie durch sein Tor auf ihn aufmerksam wurden.

    Gefällt mir

  5. Da haben wohl einige Verantwortliche mächtig gepennt. So etwas darf einem solch großen und bekannten Verein niemals passieren. Da ist es mehr als Verständlich, dass sich die Onlinewelt zurecht darüber lustig macht. Mehr ist dazu glaube ich nicht hinzuzufügen 😀

    Gefällt mir

  6. Fehler passieren leider überall, auch im Profisport.
    Wenn es natürlich einen der drei Top-Clubs Europas trifft, sind die Medien sofort an Ort und Stelle.
    Trotzdem finde ich, sollte man nicht alleine Benitez die Schuld in die Schuhe schieben. Hier hat leider der komplette Verein versagt. Klar ist aber auch, dass Benitez durch die Klatsche im El Classico und das Aus im Pokal nun noch mehr unter Druck steht.

    Gefällt mir

  7. Im ohnehin schon schwierigen Umfeld von Real Madrid ist das ein gefundenes Fressen für die zahlreichen Kritiker die Benitez von Anfang an dort hatte. Trotz seiner großen Erfolge ist nur richtig akzeptiert worden. Den Fehler sehe ich nicht alleine beim Trainer. Sportdirektor, Assistenten..irgendjemandem hätte es auffallen müssen, dass der Spieler nicht hätte eingesetzt werden dürfen. Vielleicht auch der Spieler selbst. Es könnte der Tropfen gewesen sein der das Fass zum überlaufen bringt und Benitez den Job kosten könnte. Der Verband hat richtig gehandelt und auch das große Real Madrid muss sich an Statuten und Entscheidungen halten und hat diese zu akzeptieren

    Gefällt mir

  8. Als Trainer solch einer Mannschaft sollte einem so etwas absolut nicht passieren. Der Trainer sollte über seine Spieler, Sperren ect. informiert sein und dem entsprechend seine Startelf wählen.

    Gefällt mir

  9. War das Absicht mit der Hoffnung dass es keinem Auffallen wird? Oder hat sich ein solch großer und bekannten Verein so einen Fehler erlaubt? Egal was von beiden. Schlechte Entscheidung, zurecht im Netz darüber lustig gemacht.

    Gefällt mir

  10. Der Fehler liegt absolut beim Verein Real Madrid, dem Trainer aber vor allem beim Spieler, der den Trainer eigentlich informieren sollte. Jedoch sollte auch vom Verband und den Schiedsrichtern vor dem Spiel geprüft werden ob alle Spieler spielberechtigt sind. In Deutschland ist es im Amatuerfußball überhaupt nicht möglich einen gesperrten Schiedsrichter aufzustellen.

    Gefällt mir

  11. Oh oh oh… Das kann man gar nicht glauben, dass das passiert ist!! Wie kann einem ganzen Verein eine solche Strafe entgehen- oder noch viel besser, wie kann man diese ignorieren? Für mich unbegreiflich und das hat auch nichts mit Sportlichkeit/ Fairness zu tun… Pure Ignoranz oder Fehlverhalten! No go…

    Gefällt mir

  12. Kann mir niemand erzählen, dass der Trainier davon nichts wusste bzw. es vergessen hat 😀 Alles taktisch, er wusste das ohne Denis Cheryshev das Risiko verkleinert wird eine Niederlage in kauf zu nehmen zu müssen… Ein Versuch war es wert, jetzt muss er mit den Folgen leben.

    Gefällt mir

  13. Gerechte Bestrafung. Für solche Dummheit gehört der Verein bestraft. Doch das weder Trainer, noch Spieler und allen voran der Spieler selbst davon nichts gewusst haben sollen kann ich nicht verstehen

    Gefällt mir

  14. Als ob Benitez der einzig Verantwortliche in dem Verein gewesen ist. Da hat noch irgendein anderer geschlafen! Aber da der Trainer sowieso unbeliebt ist, sucht man jetzt noch das Haar in der Suppe.

    Gefällt mir

  15. Typisch Spanien. Die einen (Barcelona) verpflichten Spieler obwohl sie nicht dürfen, die anderen (Real) lassen Spieler spielen die nicht dürfen, weil sie glauben sie haben „Narrenfreiheit“. Irgendwie werden sie REAL schon durchmogeln, schließlich muß doch im Halbfinale oder Finale der Classico stattfinden. Dreht sich doch alles nur um die beiden.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

WordPress.com.

Nach oben ↑