Kein Gold trotz Meldonium

Trotz Dopingversuchs Teilnahme bei den Olympischen Spielen 2016 bestätigt.

Die russische Top-Schwimmerin Yulia Efimova wurde des Dopings überführt, durfte aber tatsächlich in Rio de Janeiro an den Start gehen. Die schon früher wegen Doping in Verruf geratene Schwimmerin wurde von der FINA freigesprochen und sorgt mit Ihrem Antritt nicht nur in der Schwimmszene für Aufsehen.

Keine Olympischen Spiele ohne Doping, könnte man meinen. Wieder einmal sorgte ein Doping-Missbrauch für Schlagzeilen vor und bei den Spielen in Rio de Janeiro 2016. Im Jahr 2013 wurde Sie das erste Mal positiv auf das Steroid Dehydroepiandrosteron (DHEA) getestet und erhielt eine Sperre von 16 Monaten und lernte nicht aus diesem Fehler. Gerade im Hinblick auf die nächsten Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio, sollte diese Thematik noch einmal aufgegriffen werden.

Schneller, dank Doping!
Kurz vor den Sommerspielen in Rio wurde die Russin wiederholt positiv getestet, diesmal auf das Dopingmittel Meldonium. Laut der Dopinginfo der Sporthochschule Köln:

„(…) ist zu vermuten, dass Athleten auf die Substanz zurückgreifen, um mögliche Effekte hinsichtlich einer verbesserten Sauerstoffverwertung und physischen Leistungsfähigkeit auszunutzen. Da die Anwendung überwiegend aus nicht medizinischen Gründen zur Leistungssteigerung erfolgte, entschied die WADA Meldonium ab 1.1.2016 für den Sport zu verbieten.“

Daraufhin sperrte die FINA (Fédération Internationale de Natation) Efimova erneut, die Konsequenz war damit der Ausschluss von den Spielen in Rio. Nicht nur, dass Russland seit geraumer Zeit in der Kritik steht ein systematisches Staatsdoping vorzunehmen, sondern nun wurde auch die Sperre von Efimova kurz vor den Spielen aufgehoben und damit die Kritik in der Öffentlichkeit lauter. Der Grund der Außerkraftsetzung war laut Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, dass unklar sei, wie lange das Mittel im Körper nachgewiesen werden kann. Da die Proben 2016 entnommen wurden und das Mittel im Jahr 2015 noch erlaubt war, sei es zu dem Zeitpunkt noch unklar gewesen, wie lange das Präparat im Körper nachgewiesen werden kann. Dabei hatte die FINA angekündigt den Fall schon dem internationalen Sportgerichtshof CAS übergeben zu haben.

Efimova löst ihr Ticket nach Rio…
Yulia Efimova erhielt damit ihren Freispruch und ging in Rio an den Start, jedoch nicht ohne persönliche Konsequenzen. Beobachtet man als Zuschauer die Starts der Russin, waren laute Buhrufe des Publikums nicht zu überhören und auch TV-Kommentatoren machten ihrer Kritik vor laufenden Kameras Luft. Die Begebenheit Efimova wurde zur Grunddiskussion der Olympischen Spiele. Eventuell wäre der Protest nicht so laut ausgefallen, wenn Efimova etwas mehr Reue gezeigt hätte. Allerdings war von dieser keine Spur, sie vergleichte vor den Kameras ihr Vergehen „mit einem „Ticket“ für zu schnelles Fahren.“ Danach würde man schließlich auch weiter fahren. Zusätzlich grüßte sie lächelnd beim Zutritt der Schwimmhalle das Publikum und schwamm wie gewohnt die 100m Brust Richtung Medaillenkurs. Die Zweitplatzierte sah sich selbst als Opfer und laut der Schweizer Redaktion Blick sei sie nicht gewarnt worden, dass Meldonium seit Januar auf der Liste steht – weder von russischer noch von internationaler Seite. Nachdem sie nach wiederholtem Ausbuhen des Publikums die Halle verlies, erkannte man Tränen in den Augen Efimovas. Inwiefern diese ehrlich waren, bleibt ungeklärt. Schließlich hat Efimova für sich entschieden die Opferrolle zu wählen und betrachtet ihr Vergehen als Kavaliersdelikt. Auch Kritik und Nichtwürdigung anderer Schwimmkolleginnen ließ sie kalt. Durch diese egoistische Ansicht vergaß sie, dass sie durch ihr Verhalten dem Sport erheblichen Schaden zufügt hat. Immer wieder entstehen Debatten um „Fairness“ und „sauberen Sport“. Ein Großteil der Athleten plädiert dafür, aber durch derartige Vorfälle wird bei so einem Großereignis dieses Bild mächtig getrübt und man stellt die Ethik und Glaubensätze der Sportlerin in Frage.

Der IOC verliert an Glaubwürdigkeit…

Nachdem Russland erneut am Pranger stand und sich den Vorwurf, staatlich organisiertes Doping vorzunehmen, gefallen lassen musste, wird die Kritik an dem IOC (Internationale Olympische Komitee) lauter. Es ist nicht das erste Mal, dass kurz vor den Olympischen Spielen Dopingvorfälle an die Öffentlichkeit gelangen und diese das Bild des Sports trügen. Seitens der Politik wurde betont, dass Verantwortung übernommen werden müsste und die Athleten generell von den Spielen ausgeschlossen werden sollten. Zudem werden Maßnahmen gegen Doping ergriffen, hieß es erneut. Aus dem McLaren-Report ging hervor: „Mehr als 1.000 russische Athleten aus 30 Sportarten haben zwischen 2011 und 2015 von dem staatlich organisierten Dopingsystem profitiert“. Ein unerfreuliches Ergebnis. Somit steht nicht fest, inwiefern das Staatsdoping die letzten Olympischen Spiele manipuliert und beeinflusst hat. Der IOC und die WADA reagierten mit einer Wiederaufnahme des Falles. Es wurden nochmals Proben entnommen und geprüft. IOC Präsident Bach reagierte folgend:

„Für mich als Olympiateilnehmer sollte jeder Athlet oder Offizielle, der sich aktiv an einem solchen Manipulationssystem beteiligt hat, lebenslang von den Olympischen Spielen ausgeschlossen werden – in welcher Funktion auch immer.“

Drei Wochen vor den Spielen mussten Russlands Athleten bangen, überhaupt an den Start gehen zu dürfen, aber die Sportler reichten vor den Sportsgerichtshof CAS Klage ein. Infolgedessen wurden nur einige Athleten von den Spielen ausgeschlossen. In dem Fall von Yulia E. und auch weiterer Sportler wurde keine grundsätzliche Sperre vor den Spielen verhängt, sondern eine Sonderkommission eingesetzt, die darüber entschieden ob einer Teilnahme stattgegeben werden kann. Zu dem Zeitpunkt stand fest, dass hier ein Regelbruch vorlag. Die Entscheidung trug zweifellos nicht zu der Glaubwürdigkeit des IOC bei.

Spaltung bei den Fans…

Auch bei den Fans der Schwimmszene spalteten sich die Meinungen zum Auftritt von Efimova. Beobachtete man die Facebook Kanäle von Swim oder swimsportnews zum Zeitpunkt der Spiele und der Veröffentlichung der Teilnahme, wurde aus deutscher Sicht klar die Meinung vertreten, dass Efimova nicht hätte starten dürfen! In den Kommentaren ließen die Fans kein gutes Wort an der Sportlerin und schossen ebenso verbal gegen die FINA und den IOC. Von Versagen war die Rede, sowie von dem faden Beigeschmack, den die Teilnahme beim Sport hinterlässt. Zudem wurde über die politische Entscheidung diskutiert. Wobei das Russische Lager die Athletin eher in Schutz nahm und Efimova verteidigte. Ob hier eventuell auch die politische Macht Russlands auf Menschen und Medien eine Rolle spielt, bleibt unklar aber ist zu vermuten.

Wie diese Problematik zukünftig behandelt wird, ist offen. Eventuell geben die Olympischen Spiele 2018 und 2020 Aufschluss darüber, sofern ein ähnlicher Fall auftritt. Es wäre mit Sicherheit für die Öffentlichkeit und Sportler attraktiver, fairen und sauberen Sport zu fördern. Dazu muss auch von politischer Seite agiert werden, indem Athleten die vorsätzlich gegen die Regeln verstoßen, vorab disqualifiziert oder ein generell ausgeschlossen werden. Der IOC verkündete entsprechende Maßnahmen einzuleiten, daher bleibt es spannend wie diese aussehen werden.

 

Weiterführende Literatur:

 

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